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2026

GenKIWi: Wie Generative KI das Wissensmanagement im Mittelstand revolutioniert

Dr. Jürgen Stumpp
Managing Partner | AI Strategy Consultant

TL;DR

AMAI startet als Technologiepartner und Koordinator in das Forschungsprojekt GenKIWi. Gemeinsam mit der Hochschule Karlsruhe und Industriepartnern entwickeln wir ein KI-System, das nicht nur Dokumente durchsucht, sondern implizites Erfahrungswissen von Mitarbeitenden aktiv sichert und nutzbar macht. Das Projekt wird vom BMBF und ESF Plus gefördert.

Neue Wege im Wissensmanagement

Wenn langjährige Mitarbeitende ein Unternehmen verlassen, geht oft mehr als nur eine Arbeitskraft: Es verschwindet wertvolles, über Jahre aufgebautes Erfahrungswissen. Gerade für den Mittelstand ist dieser "Knowledge Drain" im Kontext des demografischen Wandels eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre.

Dokumentationssysteme gibt es viele, doch sie scheitern oft am Faktor Zeit oder an der Komplexität, unstrukturiertes Wissen (E-Mails, Notizen, Gedanken) sinnvoll abzulegen.

Genau hier setzt das Verbundprojekt GenKIWi (Humanzentrierte Generative KI für den qualitätsgesicherten Abruf von unternehmensinternem Wissen) an. AMAI fungiert hierbei als Technologiepartner und Projektkoordinator, um gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie neue Wege im Wissensmanagement zu erschließen.

Mehr als nur eine Suche: Ein aktiver Wissens-Agent

Das Ziel von GenKIWi ist ambitioniert: Wir entwickeln ein KI-basiertes Wissensmanagementsystem, das weit über die klassische Enterprise Search hinausgeht. Statt nur auf Anfragen zu reagieren, agiert das System proaktiv.

Was GenKIWi besonders macht:

  1. Erfassung von implizitem Wissen
    Das größte Kapital vieler Unternehmen steht in keinem Handbuch. Es ist das "Bauchgefühl" des erfahrenen Meisters oder der Kniff, den ein Ingenieur bei bestimmten Problemen anwendet. Unser Agentensystem ist darauf trainiert, Wissenslücken zu erkennen. Es geht aktiv auf Mitarbeitende zu und stellt gezielte Fragen, um dieses nicht dokumentierte Erfahrungswissen zu sichern, bevor es verloren geht.
  2. Human-in-the-Loop & Lernprozesse
    Die KI dient nicht als reine Auskunftsmaschine, die das Denken abnimmt. Im Sinne eines humanzentrierten Ansatzes fördert das System durch Rückfragen die Reflexion. Mitarbeitende stehen im Zentrum: Die KI unterstützt Lernprozesse und hilft dabei, Zusammenhänge besser zu verstehen.
  3. Intelligente, natürliche Interaktion
    Dank Large Language Models (LLMs) können Mitarbeitende mit dem Unternehmenswissen so natürlich sprechen wie mit einem Kollegen. Das System macht unstrukturierte Wissensbestände über Abteilungsgrenzen hinweg zugänglich, ohne dass man wissen muss, in welchem Ordner eine Datei liegt.

Starke Partner für den Mittelstand

Ein solches Projekt erfordert diverse Perspektiven. Wir sind stolz, Teil eines starken Konsortiums zu sein, das Forschung und industrielle Praxis vereint:

  • AMAI GmbH: Als Projektkoordinator und Technologiepartner bringen wir unsere Expertise in Generativer KI, RAG-Systemen (Retrieval Augmented Generation) und Software-Engineering ein. Wir schlagen die Brücke zwischen aktueller Forschung und produktiver Anwendung.
  • Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN) – Hochschule Karlsruhe: Unsere Forschungspartner steuern tiefe Expertise in humanzentrierter Arbeitsgestaltung und Kompetenzentwicklung bei.
  • Haeuser + Renner KG (Anwendungspartner): Beim Spezialisten für CNC-Technik optimieren wir die Angebotskalkulation. Die KI analysiert historische Projektdaten und technische Zeichnungen, um Bearbeitungszeiten präziser zu schätzen.
  • ANSMANN AG (Anwendungspartner): Für den Experten für mobile Energie steht eine zentrale Wissensplattform im Fokus, die dezentral verteiltes Wissen bündelt und effizient auffindbar macht.

Gefördert durch BMBF und ESF Plus

Das Projekt GenKIWi wird im Rahmen des Programms "Zukunft der Arbeit" durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Wir danken zudem dem Projektträger Karlsruhe (PTKA) für den konstruktiven Auftakt.

Ausblick

Der Startschuss ist gefallen. In den kommenden Monaten werden wir an der Entwicklung der KI-Agenten arbeiten und diese direkt in den Anwendungsszenarien unserer Partner erproben.

Auf der Projektwebseite GenKIWi - Humanzentrierte Generative KI für Wissensmanagement erhalten Sie regelmäßig Updates zu den technischen Meilensteinen und den Erkenntnissen aus der Praxis.

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Florian Harnisch

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Florian Harnisch
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